Vereinsgeschichte

Als sich am Ende des vorigen Jahrhunderts unter der Bev├Âlkerung in Eschweiler das Ger├╝cht verbreitete, "es solle eine Bade- und Schwimmanstalt errichtet werden", dachte niemand daran, welche vielseitigen sportlichen Bet├Ątigungsm├Âglichkeiten damit verbunden sein sollten.
Schlie├člich wurde aus diesem Ger├╝cht Wirklichkeit. Die Leitung der Badeanstalt an der Kaiserstra├če war davon ausgegangen, den Schwimmbetrieb am 01.08.1899 aufnehmen zu k├Ânnen. Es zeigte sich aber bei der Probef├╝llung des Schwimmbassins ein Ri├č im Mauerwerk, dessen Behebung eine Verz├Âgerung bis Ende Dezember 1899 bedeutete. Danach konnte auch die Schwimmhalle als Teil der Badeanstalt von der Bev├Âlkerung benutzt werden.
Schon am 11. August 1899 hatte die Turnerschaft im Eschweiler Turnverein (ETV) auf einer Monatsversammlung beschlossen, das Schwimmen in das Vereinsprogramm aufzunehmen. Von nun an wurde unter dem Namen "Schwimmerabteilung des ETV", unter der Leitung von Wilhelm Seeger in Eschweiler der Schwimmsport volkst├╝mlich gemacht.

Zun├Ąchst bestanden die Schwimmveranstaltungen aus kostenlosen ├ťbungsstunden oder Schwimmkursen, an denen allerdings nur M├Ąnner und Knaben teilnehmen durften. Es sollte "Unsittliches" vermieden werden.
Da es zu dieser Zeit noch keine vollst├Ąndig ausgearbeiteten Wettkampfregeln gab, konnten die wenigen schon bestehenden Schwimmvereine abwechslungsreiche "Schwimmfeste" im Schwimmen, Springen und Tauchen durchf├╝hren.
Die Sorge um "sittliche Entgleisungen" f├╝hrte schlie├člich dazu, da├č zum 1. Schwimmfest, am 7. September 1902, die Leitung der Bade- und Schwimmanstalt M├Ądchen und Damen nicht nur die Mitwirkung, sondern "jeglichen Zutritt, zu diesem Fest" verbot. Dennoch war die Veranstaltung ein voller Erfolg: 18 Schwimmer der Abteilung und 16 Knaben aus dem ersten Schwimmkursus wirkten dabei mit und die Zeitung "Bote an der Inde" berichtete am 8. September 1902:

"Das Programm, dessen Ausf├╝hrung von den munteren Weisen der Mostartschen Kapelle begleitet war, wurde er├Âffnet mit einer interessanten Veranschaulichung des Schwimmunterrichts der Sch├╝ler. Daran schlossen sich Schwimmen und Schulspringen der Sch├╝ler an. Insbesondere das letztere fesselte die Aufmerksamkeit der Zuschauer in hellem Ma├če.
Es war erfreulich zu sehen, mit welcher Sicherheit und Gewandtheit die einzelnen ├ťbungen ausgef├╝hrt wurden, und erg├Âtzlich wirkte es, wenn die besonders Mutigen mit kr├Ąftigem ''Gut Na├č, hurra!'' sich von dem h├Âchsten Sprungbrett in das ihnen so lieb gewordene Element st├╝rzten. Das Schulschwimmen der Schwimmerabteilung gereichte dem Flei├č der Mitglieder und nicht weniger auch dem Talent und der Lehrf├Ąhigkeit ihres Leiters, der Herrn Lehrers Seeger, zur Ehre. Einzelne herauszugreifen ist zwecklos, da alles wie am Schn├╝rchen ging.
Als beim K├╝rspringen die Mitglieder ihre Vielseitigkeit und T├╝chtigkeit nach freier Wahl bekundeten, legte sich auch der Zauber eines sonnigen Humors, f├╝r den die Schwimmk├╝nstler reichlich sorgten, auf die dankbare Zuschauerschaft.
Gro├če Leistungen durfte man beim Hecht- und Tellertauchen feststellen. Mit unfehlbarer Sicherheit wagten beim K├╝rspringen mehrere Mitglieder aus der h├Âchsten Fensternische den Sprung in das Bassin. Mit der Auff├╝hrung der Tragikom├Âdie ''Die versunkene Kanone'' fand das etwa drei Stunden in Anspruch nehmende Programm seinen h├Âchst zwerchfellersch├╝tternden Abschlu├č.
"

In den ersten Jahren dieses Jahrhunderts wuchs die Schwimmerriege auf ├╝ber 50 Mitglieder an. Sie gingen "mit allem Eifer an ihre Aufgabe" und nahmen an Schwimmfesten im Bezirk Aachen teil, "wann immer sich eine Gelegenheit bot".
Am 2. September 1906 konnten die Schwimmer bei einem Schauschwimmen im Hangeweiher in Aachen teilnehmen, das zum Fest der Gr├╝ndung eines Aachener Schwimmvereins veranstaltet wurde.
Bei den folgenden Schwimmfesten, deren Programme weiterhin aus "Schulschwimmen, K├╝rspringen, Reigen der M├Ąnner (!), Schulspringen, Ordnungsschwimmen, Rettungs├╝bungen, Tellertauchen und Staffelschwimmen" bestand, vermochten die Eschweiler Schwimmer ├╝berall hervorragende Siege zu erringen. Im Jahre 1911 zum Beispiel, konnten sie anl├Ą├člich eines Schau- und Propagandaschwimmens des D├╝rener Schwimmvereins allein elf Kr├Ąnze erringen.
Mehr als 10 Jahre hatte der "Ausschu├č der st├Ądtischen Badeanstalt" die Teilnahme von M├Ądchen und Damen an Schwimmfesten grunds├Ątzlich verboten, bis dann endlich im M├Ąrz des Jahres 1913 die allgemeinen Bestrebungen nach Gleichstellung der Frau dazu f├╝hrten, da├č M├Ądchen und Damen die aktive Teilnahme an Schwimmfesten erlaubt wurde. Sofort wurde in der Abteilung eine Damenriege gebildet, die schon zu Beginn 48 M├Ądchen und Damen z├Ąhlte.
Die Damenriege ging mit gro├čem Eifer ans Werk, denn schon beim 1. Stiftungsfest am 23. April 1914, das zusammen mit der "Aachener Damen-Schwimmgesellschaft" durchgef├╝hrt wurde, konnten Musterleistungen erzielt werden, die von Schwimmern nicht besser h├Ątten ausgef├╝hrt werden k├Ânnen.
Bedingt durch den Kriegsdienst der Schwimmer und die zeitweise Schlie├čung der Bade- und Schwimmanstalt in den Kriegsjahren des 1. Weltkrieges konnte die ├ťbungsarbeit nur noch stark eingeschr├Ąnkt und schlie├člich in den letzten Kriegsjahren ├╝berhaupt nicht mehr durchgef├╝hrt werden.
Schwimmfeste waren zu dieser Zeit schon gar nicht m├Âglich. W├Ąhrend dieser schwierigen Zeit hatte Theo Simon die Leitung der Abteilung ├╝bernommen. Erst am 13. Juli 1920, nachdem der schmerzhafte Verlust durch den Soldatentod von 18 Schwimmern ├╝berwunden und die M├Ąngel an der Bade- und Schwimmanstalt beseitigt worden waren, konnte ein "Propagandaschwimmen" durchgef├╝hrt werden, das an die Erfolge der Vorkriegszeit ankn├╝pfen konnte.

Der 1. Weltkrieg hatte eine gro├če L├╝cke in der Schwimmerriege hinterlassen: 18 junge Mitglieder hatten den Kriegsdienst mit ihrem Leben bezahlt. Deshalb war es eine ehrenvolle Aufgabe, da├č am 12. Juni 1921 in der Bade- und Schwimmanstalt eine Gedenktafel f├╝r diese gefallenen Sportkameraden enth├╝llt wurde.
Diese Gedenktafel und die der Gefallenen des 2. Weltkrieges h├Ąngt heute im Foyer der Schwimmhalle an der Jahnstra├če.
In den folgenden Jahren konnten Schwimmerinnen und Schwimmer der Abteilung bei Staffelwettk├Ąmpfen der Volksschulen in Eschweiler wie auch beim 1. Stiftungsfest des Alsdorfer Schwimmvereins im Jahre 1923 hervorragende Leistungen erzielen. Am 18. und 19. Oktober 1924 feierte die Abteilung unter der Leitung von Reiner Peltzer ihr 25-j├Ąhriges Jubil├Ąum.

Der zweite Tag des Festes war den sportlichen Wettk├Ąmpfen vorbehalten, bei denen die Eschweiler Riege die meisten Siege - trotz des starken Aufgebots der Gegner - f├╝r sich buchen konnte. Auch 1927 bei den Meisterschaften des Rheinlandes in Oberhausen und 1928 beim Deutschen Turnfest in K├Âln waren Schwimmer der Abteilung sehr erfolgreich. Zu dieser Zeit wurden neben Schwimmen, Springen und Tauchen in zunehmendem Ma├če auch Wasserballspielen und Paddeln gepflegt.
Im August 1925 paddelten zwei Mitglieder der Abteilung auf dem Wasserweg von K├Âln nach Berlin. F├╝r die 650 km lange Strecke brauchten sie 14 Tage. Zur gleichen Zeit paddelten zwei andere Abteilungsmitglieder die Strecke Trier - Uerdingen in 5 Tagen. Im Jahre 1930 wurde dann eine Kanugruppe gegr├╝ndet, die 1933 schon 13 Boote besa├č.
Seit 1926 bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges konnten Wasserballmannschaften der Abteilung in zahlreichen Begegnungen auf Gaugruppenfesten gegen Mannschaften aus Aachen, K├Âln, Bonn und Rheydt mehrmals Gaumeister werden.
Am 17. November 1937 wurde Hermann Kraemer, ("De Schwemmbotz") Leiter der "Schwimmerabteilung des ETV". Zu seinen Mitarbeitern z├Ąhlten: H. Keller als Kassenf├╝hrer, C. Lersch als 1. Schwimmwart der Herrenabteilung, H. R├Âmer als 1. Schwimmwart der Jugendabteilung, A. Brandt als 2. Schwimmwart der Jugendabteilung und E. Cremer als Schriftf├╝hrer und Frl. Sch├Ânewei├č. R. Risse und der bisherige Leiter der Abteilung wurden zu Beisitzern ernannt.

 

Der 2. Weltkrieg hatte wieder eine bedauerliche Unterbrechung in der Vereinsarbeit gebracht. Aber sofort nach dem Krieg, im Herbst 1945, fanden sich die ersten Mitglieder wieder zusammen, um den Schwimmbetrieb wieder aufzunehmen.
Es waren gro├če Schwierigkeiten zu ├╝berwinden: Die Bade- und Schwimmanstalt hatte den Krieg unzerst├Ârt ├╝berstanden, konnte aber dennoch nicht ge├Âffnet werden, weil es keine Kohlen zum Heizen gab. F├╝r die Schwimmer war das aber kein Grund auf die Aus├╝bung ihres Sports zu verzichten. Eine Steingrube in R├Âhe an der Autobahn wurde als Trainingsst├Ątte genutzt.
Aber schon bald verbesserten sich die Trainingsbedingungen, denn am 30. Juni 1947 konnte in der Kaserne an der Preyerstra├če das Feuerl├Âschbecken gepachtet werden, das durch eine Gruppe von Abteilungsmitgliedern in Eigenleistung noch rechtzeitig f├╝r die Bezirksmeisterschaften hergerichtet wurde. Nachdem erst im Juli 1948 die Bade- und Schwimmanstalt wieder ge├Âffnet wurde, konnte der ordnungsgem├Ą├če ├ťbungsbetrieb wieder aufgenommen werden. Deshalb konnten bei den Bezirksmeisterschaften 1948 und 1949 nur kleinere Erfolge erzielt werden.

Das 50-j├Ąhrige Jubil├Ąum, das im November 1950 im Kaiserhof gefeiert wurde, bescherte der Abteilung eine st├Ąndig anwachsende Mitgliederzahl. Zu dieser Zeit wurden auch grundlegende Voraussetzungen f├╝r sp├Ątere Erfolge geschaffen, indem man in verst├Ąrktem Ma├če um die Jugend warb und sie f├╝r den sch├Ânen Sport begeisterte.

Die intensive Aufbauarbeit am Anfang der 50er Jahre erhielt zus├Ątzlichen Auftrieb, als im Juli 1953 das neugestaltete Freibad in Weisweiler wieder er├Âffnet wurde.
W├Ąhrend dieser Zeit konnte ein sch├Ânes Band der Kameradschaft mit den Schwimmern aus J├╝lich und D├╝ren gekn├╝pft werden, denn diese Vereine besuchten in den Wintermonaten der Jahre 1952/53 und 1953/54 die ├ťbungsstunden der Abteilung. Gleichzeitig besuchten Schwimmer der Abteilung Lehrg├Ąnge des Westdeutschen Schwimmverbandes und des Landessportbundes, um ihr Leistungsniveau zu steigern. Im November 1954 wurden zum ersten Mal Vereinsmeisterschaften durchgef├╝hrt, die von nun an in jedem Jahr von den Schwimmerinnen und Schwimmern mit Spannung erwartet wurden und einen guten Leistungsvergleich im internen Wettkampf bedeuteten.
Im April 1956 legte Hermann Kraemer nach fast 19 Jahren die Leitung der Schwimmerabteilung nieder. Heinz Pr├Âmper ├╝bernahm nun zusammen mit Dr. Hans Kozel die Leitung der Abteilung. Hermann Kraemer wurde auf der Mitgliederversammlung im M├Ąrz 1958 f├╝r seine Verdienste geehrt und zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

 

Das Jahr 1959 brachte f├╝r die nun 60 Jahre alte Schwimmerabteilung des ETV ein einschneidendes Ereignis:
Am 22. August 1959 fand im Vereinsheim Hotel Union eine au├čerordentliche Jahreshauptversammlung statt, welche wohl als eine der bedeutendsten in die Geschichte des Vereins eingehen wird. Auf Grund besonderer Umst├Ąnde wurde die Umbenennung in "Eschweiler Schwimmclub 1899 e. V." beschlossen.
Danach erfolgte die Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht in Eschweiler, womit dann auch die Trennung vom Eschweiler Turnverein offiziell vollzogen wurde. Dennoch blieben die Mitglieder beider Vereine freundschaftlich miteinander verbunden. Als neues Vereinslokal wurde von der Mitgliederversammlung des "ESC 1899 e. V." das Hotel "St. Peter" in der Schnellengasse gew├Ąhlt.

Im Jahre 1954 hatte sich eine Gruppe von Schwimmern entschlossen, einen weiteren Schwimmverein in Eschweiler zu gr├╝nden. Sie nannten ihn "SV Hellas Eschweiler". Sie betrieben vor allem Wasserballspielen, Tauchen und Kunstschwimmen. Das Kunst- und Synchronschwimmen im Volksmund auch "Wasserballett" genannt, geh├Ârt seit dieser Zeit zum Schwimmsport in Eschweiler. Zun├Ąchst war es ungef├Ąhr ein Dutzend junger Damen, zu ihnen geh├Ârte auch die sp├Ątere Trainerin Helene Jansen, die sich unter der Leitung von Hubert Kaldenbach darum bem├╝hten, nach Musik zu schwimmen und dabei ein gemeinsam ausgesuchtes Thema darzustellen.

Dies gelang dann auch mit zunehmendem Erfolg, obwohl anfangs weder Lehrg├Ąnge angeboten wurden, noch Trainingsvorlagen zur Verf├╝gung standen. Die Trainingsarbeit der kleinen Gruppe bestand in den Anfangsjahren zum gr├Â├čten Teil aus Improvisationen. Ihre Vorf├╝hrungen waren das Ergebnis phantasie- und temperamentvoller Darstellung von Figuren im Wasser, die mit unerm├╝dlichem Flei├č ge├╝bt wurden.
Auf ihren Veranstaltungen konnte die Gruppe ein immer gr├Â├čer werdendes Publikum begeistern, so da├č schlie├člich mehr und mehr junge Damen Interesse am Kunstschwimmen fanden.
Viele von Ihnen haben auf zahlreichen nationalen und internationalen Schwimmwettk├Ąmpfen, Jubil├Ąumsveranstaltungen, Er├Âffnungen von Schwimmsportst├Ątten, u. a. mitgewirkt und ihr K├Ânnen unter dem Beifall der Zuschauer unter Beweis gestellt. Die unerm├╝dliche Arbeit der langj├Ąhrigen Trainerin und "Mutter der Kunstschwimmabteilung", Helene Jansen, ist ein hervorragendes Beispiel f├╝r Vereinstreue und Liebe zum Schwimmsport. Helene Jansen hat 25 Jahre lang mit Ausdauer und Geduld die Abteilung gef├╝hrt und sie zu dem gemacht, was sie heute ist: ein sportliches Aush├Ąngeschild f├╝r unsere Heimatstadt Eschweiler. Es ist auch das Anliegen ihrer Nachfolgerinnen Ellen Paggen und Christine Schorn, noch viele junge Schwimmerinnen mit der Technik des Kunstschwimmens vertraut zu machen, damit sie in der Harmonie von Sport, Musik und Anmut eine sinnvolle Freizeitbesch├Ąftigung finden.
Die beiden Schwimmvereine haben mehr als 10 Jahre nebeneinander und bei gemeinsamen Wettk├Ąmpfen oft auch miteinander erfolgreich ihren Sport betrieben. Es war eine Zeit sportlich-fairer Auseinandersetzungen, die der Begeisterung f├╝r den Schwimmsport in der Bev├Âlkerung unserer Heimatstadt enormen Aufschwung gegeben hat.

 

Nachdem im Jahre 1964 die neue Schwimmhalle an der Jahnstra├če er├Âffnet worden war, zogen die Schwimmerinnen und Schwimmer mit einem lachenden und einem weinenden Auge von der Kaiserstra├če zur Jahnstra├če um.
Der Umzug von der nun 65-j├Ąhrigen Bade- und Schwimmanstalt, in der alle im Laufe der Jahre viel Freude erlebt hatten, in eine f├╝r damalige Verh├Ąltnisse sehr moderne Schwimmsportst├Ątte, ist manchem nicht leicht gefallen.

Ein herausragendes Sportereignis dieser Zeit war die Ausrichtung der Deutschen Jugendmeisterschaften am 3. Mai 1965, wof├╝r der Verein vom Deutschen Schwimmverband besonders gelobt wurde.

Schon nach einem Jahr in der neuen Schwimmhalle hatten die Vorst├Ąnde beider Schwimmvereine erkannt, da├č es aus sportpolitischen Gr├╝nden vern├╝nftiger war zu fusionieren, zumal einige aktive Schwimmerinnen und Schwimmer besonders dazu dr├Ąngten, weil sie engen Kontakt miteinander pflegten und befreundet waren.
Im November 1965 wurde dann der Zusammenschlu├č von "Eschweiler Schwimmclub 1899 e. V." und "Schwimmverein Hellas Eschweiler" auf einer gemeinsamen Mitgliederversammlung im Hotel "St. Peter" in der Schnellengasse beschlossen.
Der neue Verein, der ausdr├╝cklich der Tradition von 1899 verbunden bleiben wollte, wurde unter dem Namen

"Schwimmclub Delphin Eschweiler e. V."

in das Vereinsregister beim Amtsgericht Eschweiler eingetragen.
Unter dem Vorsitzenden Heinz Pr├Âmper und seinem Stellvertreter Peter Lersch erlebte der Verein weiteren Zuwachs an Mitgliedern und "eine erhebliche Steigerung der sportlichen Leistung", wie der damalige Ehrenvorsitzende Hermann Kraemer bei einer Veranstaltung treffend bemerkte.

 

Im Jahre 1968 ├╝bernahm dann Peter Lersch das Amt des Vorsitzenden, das er 1972 an Martin Stevens abgab, der im selben Jahr als Wettkampfrichter zu den Olympischen Spielen nach M├╝nchen berufen wurde, was auch eine Auszeichnung f├╝r den Verein bedeutete.
1974, im Jahre des 75-j├Ąhrigen Vereinsjubil├Ąums, war Josef Hermanns Vorsitzender. Sein Stellvertreter war Josef G├Ârtz, der dann auf der Mitgliederversammlung im M├Ąrz 1975 den Vorsitz ├╝bernahm. Sein Stellvertreter wurde Hartmut Schwartz.

Beide sind bis auf den heutigen Tag in diesen Funktionen f├╝r den Verein t├Ątig.
In diese Zeit fallen die ersten Kontakte zu den Schwimmsportfreunden aus der Partnerstadt Wattrelos in Frankreich und die Ausrichtung des 1. Bezirksoffenen Osterschwimmfestes, das seit dieser Zeit in jedem Jahr zur Osterzeit in Eschweiler durchgef├╝hrt wird und zu den gr├Â├čten schwimmsportlichen Veranstaltungen des Westdeutschen Schwimmverbandes, Bezirk Aachen geh├Ârt. In den Folgejahren erlebte der Verein den gr├Â├čten Mitgliederzuwachs seiner Geschichte und einen enormen Aufschwung.
Eine der Ursachen f├╝r diesen Aufschwung war die hervorragende Jugendarbeit, f├╝r die Helmut Wrede und Renate Mundt verantwortlich zeichneten. Dank ihres unerm├╝dlichen Einsatzes wurden Naherholungsaufenthalte im Jugendheim in Raffelsbrand, mehrere Berlin-Fahrten, Sommerferienfahrten nach Kiel, Norwegen, Italien und der Schweiz, sowie zahlreiche Oster- und Herbstwanderungen und Fahrradtouren in die Eifel durchgef├╝hrt. Au├čerdem z├Ąhlen seitdem Nikolausfeiern f├╝r die J├╝ngsten, f├╝r die der Nikolaus, alias Hannsgunter Bosselmann, nicht nur "Leckereien" sondern auch treffende und hilfreiche Ratschl├Ąge bereit hatte, Kunstschwimmfeste, Jahresabschlu├čfeiern und Seniorenfeste zu den besonderen Veranstaltungen des Vereins. Alle Programme und Protokolle der sportlichen Veranstaltungen werden seit dieser Zeit unter der fachkundigen Leitung von Josef Becker durch EDV erstellt.
Seit dem Ende der 70er Jahre bis heute erlebte der Verein zahlreiche Ehrungen. Die Kunstschwimmerinnen erhielten vom Landrat des Kreises Aachen, den "Ehrenbecher" f├╝r besondere Leistungen. Christian Lersch, Heinz Larscheid, Konrad M├╝ller und Helene Jansen wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Zahlreiche Mitglieder wurden f├╝r 25- oder 50-j├Ąhrige Treue zum Verein geehrt. Gleichzeitig wurden einige Vereinsmitglieder mit der silbernen oder goldenen Ehrennadel des Westdeutschen Schwimmverbandes "f├╝r besondere Verdienste um den Schwimmsport" ausgezeichnet, und zwar Christian Lersch, Helene Jansen, Josef G├Ârtz und Hartmut Schwartz.
Sei dem Jahr 1981 wurden von der Stadtverwaltung in Eschweiler immer wieder Ver├Ąnderungen der ├ťbungs- und Trainingszeiten in den St├Ądtischen Schwimmb├Ądern Jahnstra├če und Weisweiler vorgenommen. Manche Vorschl├Ąge h├Ątten die Existenz der schwimmsporttreibenden Vereine gef├Ąhrdet, wenn nicht Hartn├Ąckigkeit auf Seiten des Vereins, Solidarit├Ąt auch der anderen betroffenen Vereine und Kompromi├čbereitschaft bei der Stadtverwaltung immer wieder zu einem brauchbaren Ergebnis gef├╝hrt h├Ątten.
Die Energiekostenbeteiligung, die Auferlegung der Mehrwertsteuer f├╝r die Benutzung der Schwimmb├Ąder und die K├╝rzung der Zusch├╝sse von Stadt und Kreis, sowie der Zuweisungen aus dem Landesjugendplan, zwangen den Verein zu ├Ąu├čerster Sparsamkeit, damit der Mitgliedsbeitrag in seiner "Sozialstaffelung" ├╝ber viele Jahre hin konstant gehalten werden konnte, was dank der hervorragenden Kassenf├╝hrung von Ewald Krombach auch gelang.
Seit 1985 wirken Vereinsmitglieder bei der Vorbereitung und Durchf├╝hrung des Schwimmsportfestes der Eschweiler Schulen mit.
Zu dieser Zeit wurden auch die Triathlon-Veranstaltung, ein Wettkampf zu dem Schwimmen, Radfahren und Laufen geh├Ârt, das 24-Stunden-Marathonschwimmen und die Vergleichswettk├Ąmpfe mit den Vereinen aus den Partnerst├Ądten Wattrelos (Frankreich) und Reigate & Banstead (Gro├čbritannien) in das Vereinsprogramm aufgenommen.
Dank der guten Vorbereitungsarbeit von Hartmut und Karin Schwartz, unter Mitwirkung zahlreicher Familien des Vereins, konnten die freundschaftlichen Beziehungen, vor allem zu den englischen Schwimmsportfreunden, immer mehr gefestigt werden. W├Ąhrend dieser Zeit war der Verein Ausrichter von Westdeutschen Meisterschaften im Kunstschwimmen und von Bezirksmeisterschaften des Bezirks Aachen im Schwimmen, wof├╝r er von Verbandsfunktion├Ąren besonders gelobt und ausgezeichnet wurde.

Im Jahre 1992 wurden vom Vorstand Gespr├Ąche mit dem B├╝rgermeister und dem Stadtdirektor der Stadt Eschweiler gef├╝hrt, bei denen die Absicht der Stadtverwaltung er├Ârtert wurde, die Schwimmhalle an der Jahnstra├če zu renovieren und in ein "Freizeitbad" umzuwandeln.
Der urspr├╝ngliche Plan der Stadtverwaltung, der dazu gef├╝hrt h├Ątte, da├č die Schwimmhalle nicht mehr f├╝r sportliche Zwecke h├Ątte genutzt werden k├Ânnen, konnte verhindert werden. Dies war das Ergebnis der energischen Interventionen des Vorstandes, einer Unterschriftenaktion, bei der sich ├╝ber 5000 B├╝rger mit dem Verein solidarisierten, und der vertrauensvollen Zusammenarbeit des Vorstandes mit dem damaligen B├╝rgermeister G├╝nter Wagner. Die Schwimmhalle an der Jahnstra├če wurde dadurch zum "Sport- und Freizeitbad" und konnte nach einer Schlie├čung von etwas mehr als einem Jahr, w├Ąhrenddessen der Verein notd├╝rftig im Freibad D├╝rwi├č und dem Hallenbad in Weisweiler trainieren mu├čte, im Oktober 1994 wieder der Bev├Âlkerung, aber auch dem Verein zur Verf├╝gung gestellt werden.
Es war ein freudiges Ereignis f├╝r den traditionsreichen Verein, da├č er am 10. Oktober 1994 an seinem "angestammten ├ťbungsplatz" den Betrieb wieder aufnehmen und wenig sp├Ąter, im Januar 1995, das 40-j├Ąhrige Bestehen der Abteilung Kunst- und Synchronschwimmen feiern konnte. Fast 300 Besucher nahmen an der Veranstaltung teil. Was sie geboten bekamen, war "Spitze" und wurde von der ├Ârtlichen Presse mit den Schlagzeilen: "Seit 40 Jahren sch├Ân synchron - Anmut im Wasser" besonders herausgestellt. Es war ein buntes Programm aus Solo, Duett- und Gruppenvorf├╝hrungen, das die Zuschauer begeisterte und oft mit anhaltendem Applaus gew├╝rdigt wurde.
Nach den sportlichen Darbietungen traf man sich im Vereinslokal "Haus Lersch" in Eschweiler zu einem gem├╝tlichen Beisammensein bei schmackhaften Speisen und Getr├Ąnken. F├╝r einige der Teilnehmer gab es nach Jahren ein freudiges Wiedersehen, das die M├Âglichkeit bot, ├╝ber Erinnerungen an "alte Zeiten" zu plaudern. Viele haben best├Ątigt, da├č es ein gelungenes Fest war.

Seit Oktober 1995 hat der Verein ein weiteres Ehrenmitglied. In einem w├╝rdigen Rahmen, im Beisein zahlreicher Vereine des Bezirks Aachen, konnte der Vereinsvorsitzende, w├Ąhrend der Sprintmeisterschaften, dem Altb├╝rgermeister der Stadt Eschweiler die Ehrenmitgliedschaft verleihen. Der Verein ehrte mit G├╝nter Wagner einen verdienstvollen Politiker der Stadt Eschweiler, der sich f├╝r den Sport, insbesondere f├╝r den Schwimmsport, eingesetzt und mit dazu beigetragen hat, da├č der Verein die Schwimmhalle an der Jahnstra├če als Sportst├Ątte auch weiterhin benutzen kann.
Der Verein hat in den 90er Jahren sein Sportangebot immer mehr verbreitert und vor allem im Bereich Anf├Ąngerschwimmen Au├čergew├Âhnliches geleistet. Dies hat sich auch auf den Mitgliederzuwachs ausgewirkt, denn nahezu 800 Mitglieder sind ein deutliches Zeichen f├╝r erfolgreiche Vereinsarbeit.
Der Vorstand des "Schwimm-Club Delphin Eschweiler e. V." ist sich seiner Verantwortung f├╝r seine zahlreichen Mitglieder und f├╝r den Schwimmsport bewu├čt und geht mit gro├čer Zuversicht in das Jubil├Ąumsjahr 1999 und hofft darauf, da├č sich m├Âglichst viele Mitglieder, Freunde und G├Ânner in diesem Jahr am Vereinsleben beteiligen.

[Text: Josef G├Ârtz, Ehrenvorsitzender]

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